Erster Windkraft-Deal für Verteilnetzflexibilität bei Enera

07.03.2019 | News

Statkraft nimmt am „enera-Projekt“ teil. Ziel dieses Projektes ist es, auf lokaler Ebene Netzengpässe durch den Einsatz von flexiblen Netznutzern zu mindern.

Flexible Netznutzer können sowohl auf Verbraucher- als auch auf Einspeiserseite zu finden sein. Für diese potentiellen Anbieter solcher Flexibilität und den Netzbetreibern als Nachfrager stellt die Strombörse EPEX eine spezielle Internetplattform als Marktplatz zur Verfügung.

Im Februar wurde auf der E-world das Handelsgeschäft im Rahmen dieses Projektes vorgestellt. Die Partner des Sinteg-Projekts "enera" haben ihre Marktplattform zur Vermeidung von Netzengpässen scharf geschaltet. Der Autohersteller Audi verkaufte bei dem ersten Trade zwei MW aus seiner Power-to-Gas-Anlage in Werlte (Niedersachsen) an den Verteilnetzbetreiber EWE. Hier finden Sie weitere Informationen zu enera.

Nun verzeichnet auch Statkraft seinen ersten Abschluss. Am Dienstag, den 19. Februar um 16:00 Uhr wurde die Einspeisung des Windpark Königsmoor 2 um 1 MW für eine Viertelstunde gedrosselt. Der Preis lag unter den Kosten, die ein Eingriff per Erzeugungsmanagementmaßnahmen der EWE Netz GmbH verursacht hätte. Dennoch entstanden dem Windpark keine finanziellen Einbußen. Bei diesem Test stand nicht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, sondern es ging darum, die Machbarkeit zu prüfen und die komplexen Prozesse durchzuspielen. Die Herausforderung für die Direktvermarkter und ihre Dienstleister liegt darin, von der optimierten Vermarktung des Gesamtportfolios auf regionale oder lokale Geschäftsmodelle umzuschwenken und die Systeme entsprechend anzupassen.

Insgesamt dient das enera-Projekt der Integration von Erzeugern erneuerbarer Energien wie auch flexiblen Stromkunden in die Energiewende. Der Vorteil für die Direktvermarkter liegt in der besseren Planbarkeit durch die sortierte Herangehensweise über Handelsgeschäfte an Stelle der schlecht prognostizierbaren Eingriffe beim Erzeugungsmanagement. Dies senkt die Ausgleichsenergiekosten und  damit auch die Kosten der Direktvermarktung für die Anlagenbetreiber. Durch die genauere und transparentere Steuerung kann zudem ein größerer Anteil an erneuerbaren Energien ans Netz gebracht und effizient kontrolliert werden.