Der Aufstieg des Elektroautos

03.09.2018 | News

Quelle: Grønn Kontakt

Der Markt für Elektroautos hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Während 2014 weltweit einige tausend Autos mit Elektromotor auf den Straßen unterwegs waren, haben sich inzwischen 1,6 Millionen Menschen für ein Elektroauto entschieden. Sind Sie auch schon überzeugt? Falls nicht:

 

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden erste Elektrofahrzeuge entwickelt und sind daher in diesem Sinne keine neue Technologie. Allerdings sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb erst in den letzten Jahren polulär geworden, da technische Möglichkeiten neue Fahrzeugkonzepte erlauben und umwelttechnische Aspekte weltweit eine immer größere Rolle spielen. 

Führend in dieser Entwicklung ist Norwegen. Das skandinavische Land hat bereits in den 1980er Jahren begonnen, ein Bewusstsein für die positiven Auswirkungen elektrischer Antriebe auf die Umwelt entwickelt und setzte 1988 mit dem Einsatz von 12 Elektrofahrzeugen bei den Olympischen Winterspielen ein Zeichen. Seitdem entwickelte sich dieser Markt in Norwegen rasant. Der Anteil der "Electric Vehicles" (EVs) in Norwegen lag Ende 2017 bei beachtlichen 39,2 %. Reine Batterie-Elektrofahrzeuge (BEVs) machten hierbei 20,8% aus und Plug-In-Hybride (PHEVs) 18,4%. Diese Zahlen sind weltweit einmalig und Norwegen ist im Vergleich zu anderen Ländern in Europa vier bis fünf Jahre in der Entwicklung voraus. Dieser Erfolg in Norwegen ist größtenteils Steuerbefreiungen , Maut- und Fährgebührenbefreiungen, kostenlosem Parken und dem Zugang zu Bus- und LKW-Spuren zu verdanken.

Doch auch in anderen europäischen Ländern ist ein Trend zur Elektromobilität zu beobachten: Die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Deutschland zeigen hohe Wachstumsraten in diesem Bereich. Die folgende Tabelle veranschaulicht die verschiedenen Formen staatlicher Zuschüsse, die die EInführung von EVs in den jeweiligen Ländern fördern sollen. Dieser Schritt erweist sich als effektiv, da in den letzten fünf Jahren die Anzahl der EV-Verkäufe in den meisten Ländern stark gestiegen ist und voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Neben staatlicher Förderung werden andere Faktoren, wie beispielsweise die Kostenreduzierung bei Elektroautos, neue verfügbare Fahrzeugmodelle mit größeren Reichweiten und ein entstehender Gebrauchtwagenmarkt die Entwicklung weiter vorantreiben. 

Land

Ermäßigung bei Kauf

Eigentumssteuer

Dienstwagensteuer

Norwegen

Erlass der Mehrwertsteuer

455 NOK pro Jahr

50% Ermäßigung

Deutschland

4.000€ Kaufprämie

Keine

0,5% jährliche Versteuerung für Arbeitnehmer statt 1%

Großbritannien

4.500£

Keine

9% statt 17%

Frankreich

< 10.000€

50-100% Ermäßigung

Keine

Belgien

4.000€

Keine

120% abzugsfähig

Niederlande

Erlass der Verkaufssteuer

Keine

4% statt 22%

Statkraft als norwegisches Energieunternehmen verfolgt diesen Trend aufmerksam und ist auf dem Heimatmarkt bereits sehr aktiv. Statkraft war einer der ersten Marktteilnehmer, der sein Dienstleistungsportfolio auf die Entwicklung und den Ausbau der Ladeinfrastruktur ausgeweitet hat. Eine der Hauptinitiativen war die Investition in die EV-Ladegesellschaft Grønn Kontakt, Betreiber des zweitgrößten Schnellladenetzwerks in Norwegen, wie Bjørn Holsen, Leiter des Bereiches Unternehmensstrategie bei Statkraft, deutlich macht: "Mit der Position von Grønn Kontakt auf dem norwegischen Markt haben wir eine einzigartige Position, um an diesem wachsenden Markt zu partizipieren. Die Elektrifizierung des Transportsektors liegt im Interesse von Statkraft und die Infrastruktur ist für uns ein relevantes Segment. Mit neuem Kapital kann das Unternehmen seine Wachstumsstrategie beschleunigen."

Des Weiteren wird Statkraft in Deutschland seinen norwegischen Kollegen folgen und seine Firmenwagenflotte erneuern. Den Mitarbeitern  wird ermöglicht aus einer Reihe an Elektro- oder Hybridfahrzeugen (u.a. Nissan Leaf oder VW Passat Hybrid) als Dienstwagen zu wählen. Das Unternehmen sieht vor, Ladesäulen im unternehmenseigenen Parkhaus zu installieren, damit die Mitarbeiter, die Elektrofirmenautos fahren, ihre Fahrzeuge bei der Arbeit aufladen können. 

Dieser Trend ist auch bei vielen anderen europäischen Energieversorgern zu beobachten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Unternehmen folgen werden. Die Bundesregierung fördert künftig E-Autos und Hybride als Dienstwagen. Bisher muss ein Arbeitnehmer, der seinen Firmenwagen privat nutzt, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern - für Elektro- und Hybridfahrzeuge soll es in Zukunft einen halbierten Satz von 0,5% geben, was weitere Unternehmen überzeugen wird, die Dienstwagenflotte zu elektrifizieren.

Neben innovativen Geschäftsmodellen, effizienten Ladesäulen-Preisstrategien und geplanten Pilotprojekten, spielen gesetzliche Regelungen (z.B. das Eichrecht für transparentes Laden in Deutschland oder das Autonom- und Elektrofahrzeuggesetz in Großbritannien) und die Einführung sowie Weiterentwicklung von technischen Standards eine wichtige Rolle. Hinzu kommen technologische Entwicklungen, wie sinkende Batteriekosten und effizientere Antriebsstränge, durch die neue Elektroautomodelle zu günstigeren Preisen und höheren Reichweiten ermöglicht werden. 

Für Statkraft steht neben Norwegen auch Kontinentaleuropa im Fokus der Entwicklung. Statkraft ist überzeugt davon, dass sich der Bereich E-Mobilität in den nächsten Jahren stark entwickeln wird. Das Business Development Team in Düsseldorf sucht aktiv nach Möglichkeiten das Gechäft mit Ladesäulen auszubauen. Statkraft möchte eine One-Stop-Shop Lösung anbieten, d.h. eine vollumfängliche Ladeinfrastrukturlösung bestehend aus Hardware und Software und gleichzeitig als Stromlieferant auftreten. Mit seinem 63 TWh-Portfolio, das zu 97% aus erneuerbaren Energien besteht, kann Statkraft hier als Ökostromanbieter punkten.