Der neue Leitfaden der Bundesnetzagentur zur Kompensation von Einspeisemanagement-maßnahmen

11.09.2017 | News

Dienstgebäude BNetzA

Das Dienstgebäude der Bundesnetzagentur in Bonn. Foto: BNetzA

Der neue Leitfaden der Bundesnetzagentur zur Kompensation von Einspeisemanagementmaßnahmen ist in Arbeit und bringt Herausforderungen für betroffene Anlagenbetreiber aber auch Direktvermarkter mit sich.

Im Juni hat die Bundesnetzagentur den Entwurf des neuen Leitfadens zur Kompensation von Einspeisemanagement-Maßnahmen (Version 3.0) zur Konsultation gestellt. Alle Stellungnahmen, auch unsere, wurden bis zum 31. August 2017 eingereicht. Auf Basis dieser Rückmeldungen wird die Bundesnetzagentur den finalen Leitfaden zur Kompensation von Einspeisemanagementmaßnahmen veröffentlichen. Damit ist frühestens im Oktober 2017 zu rechnen.

Was genau ist neu und relevant für die von Einspeisemanagement betroffenen Anlagenbetreiber?

Anlagen, die von Einspeisemanagement betroffen sind, erhalten nach wie vor eine Entschädigung für die Ausfallarbeit, die nach dem Pauschal- oder Spitzabrechnungsverfahren berechnet wird. Derzeit ist geplant, dass zur Berechnung der Entschädigungszahlung die Marktprämie zzgl. der Kosten für die Bilanzkreisabweichung und nicht wie bisher der anzulegende Wert herangezogen werden sollen. Die Marktprämie ist die Differenz aus anzulegendem Wert und dem monatlichen Marktwert und soll weiterhin durch den Betreiber geltend gemacht werden können. Die Kosten für die Bilanzkreisabweichungen, die durch Einspeisemanagement-Maßnahmen entstehen, sind, im Gegensatz zum monatlichen Marktwert, nicht der durchschnittliche sondern der tatsächliche Marktwert im Intradayhandel im Moment der Abregelung.

Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass bei der Direktvermarktung in der täglichen Gebotserstellung Einspeisemanagementmaßnahmen nicht berücksichtigt werden. Dieser Annahme folgend, resultieren an der Strombörse im Falle von Einspeisemanagementmaßnahmen Einnahmen durch den Verkauf von Strom, der gar nicht erzeugt wurde. Da diese nicht erzeugte Strommenge anders beschafft werden muss, entstehen den Direktvermarktern Kosten für den Ausgleich der Abweichungen in ihren Bilanzkreisen. Diese Kosten seien laut BNetzA bei der Entschädigung zu berücksichtigen.

Im Ergebnis besteht bei vielen Eigentümern von Windenergieanlagen die Sorge, dass sie künftig für die nicht-erzeugten Strommengen nur noch die Marktprämie und nicht mehr die Einspeisevergütung erhalten, da aktuelle Direktvermarktungsverträge keine Kompensation für nicht gelieferte Strommengen vorsehen.

Wie gehen wir damit um?

Der Leitfaden hat keine Gesetzeskraft und ist auch keine Verwaltungsvorschrift, sondern gibt das Grundverständnis der Bundesnetzagentur zur Anwendung der Regelungen des EEG-Einspeisemanagements wieder. Er dient somit als Orientierungshilfe. Die Netzbetreiber müssen ihn nicht unmittelbar befolgen, werden es unserer Einschätzung nach jedoch tun.

Für unsere Kunden arbeiten wir an Lösungen, die die Kompensation sichern. Bereits heute können wir unseren Kunden in jedem Fall zusichern, dass wir auch für die nicht-erzeugten Strommengen eine ausreichende Kompensation zahlen werden, sodass in der Summe sowohl für erzeugte Strommengen als auch für aufgrund von Einspeisemanagementmaßnahmen nicht-erzeugte Strommengen auf monatlicher Basis in keinem Fall weniger als die Einspeisevergütung ausbezahlt wird. Hierfür wird voraussichtlich eine Vertragsumstellung notwendig werden.

Sobald die finale Version des Leitfadens vorliegt und wir sicher wissen, wie die Entschädigungen für Einspeisemanagementmaßnahmen künftig aussehen sollen, werden wir unsere Kunden informieren und Verträge entsprechend anpassen. Wir halten Sie zu den weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.